Funktionsweise der Warnemünder Bahnhofsbrücke wurde am 30.07.2005 demonstriert.


Mehr als 1.000 Interessierte verfolgten am 30.07.2005 die Drehung der alten
Bahnhofsbrücke. Acht Frauen und Männer wurden benötigt, um das Denkmal in Bewegung
zu versetzen. Einer der Brückendreher: Angelo Kelly, der jüngste der Kelly Family
.
Unter dem Beifall der zahlreichen Schaulustigen, bewegte sich erstmals nach
fünf Jahren, ohne Quietschen und Knarren wieder die Bahnhofsbrücke. Als erstes
Schiff passierte die "Caspar", ein Tochterschiff des Seenotrettungskreuzers,
das Fahrwasser. Zur musikalischen Untermalung des Events sang der Warnemünder
Shantychor "De Klaashahns".
Die Warnemünder Bahnhofsbrücke verbindet die Mittelmole mit dem Stadtkern des Ostseebades Warnemünde.
Denkmale der Hansestadt Rostock
Es war die Zeit um 1903, als auch der Eisenbahnfährverkehr von Warnemünde nach Dänemark aufgenommen wurde, der Ort eine neue Hafenanlage und den neuen Bahnhof bekam und die Warnow in ein neues Bett, den "Neuen Strom" geleitet wurde. Seit dieser Zeit ist die Brücke wichtiger Fußgängerweg vom Alten Strom zum Bahnhof und zum Neuen Strom. Nicht zuletzt ist die Bahnhofsbrücke ein beliebter Standort für Fotografen und Filmteams, die von hier aus den atemberaubenden Blick auf das bunte Treiben der Fischer- und Segelboote oder eleganten Fahrgastschiffe auf dem Alten Strom einfangen. Und dass man hin und wieder beobachten konnte, wie das gewaltige, rd. 80 Tonnen schwere Brückenbauwerk gedreht wird, um größere Schiffe passieren zu lassen, war immer ein besonderer Höhepunkt. Dies alles wurde am 7. August 2000 jäh unterbrochen, als das havarierte Fahrgastschiff "Seestern" die Brücke rammte und dabei das "Herzstück" der Brücke, den so genannten "Königszapfen" zerstörte. Es entstand ein Schaden, der nur mit erheblichem finanziellem und technischem Aufwand zu beheben war.
Technik
Stahlbrücke mit rustikalem Eichenbohlenbelag
Länge: 29,5 m
Breite: begehbar 7,10 m
Gewicht: ca. 80 t
Drehpunkt: Königsstuhl auf Mittelpfeiler
Lagerung: an den Endlagern auf Lagerblöcken, einseitig (Seite Bahnhof) abklappbar
Drehung: nach Entlasten und Umklappen der Lagerblöcke manuelle Drehung über
ein Drehkreuz und Getriebe
Chronik
- Nutzung nach der Brückenverordnung von 1903
- Drehung bis 1940 möglich, danach Drehen durch Lagerschäden nicht mehr möglich
- 1991 komplette Rekonstruktion aller Brückenteile, danach bis 7.8.2000 wieder
drehbar
- am 7.8.2000 rammte ein Fahrgastschiff, das einen technischen Defekt hatte,
die Brücke und zerstörte bei der Havarie das "Herzstück" der Brücke, den
Königszapfen, auf dem sich die Brücke dreht.
- 2004/2005 Reparatur der Schäden und Einbau eines neuen, gusseisernen Königszapfens